News
Vor Ort: Nordrhein
Düsseldorf
Industriegipfel: Landesbezirksleiter positionieren sich
NRW-Chemie im Austausch mit der Landesregierung: Thomas Meiers (IGBCE Westfalen), Thomas Wessel (VCI NRW und Evonik Industries AG), Ministerpräsident Hendrik Wüst, NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur, Winfried Golla (VCI NRW) und Frank Löllgen (IGBCE Nordrhein, von links).
Foto: VCI NRW
Die IGBCE-Landesbezirksleiter aus Nordrhein und Westfalen, Frank Löllgen und Thomas Meiers, haben beim Industriegipfel in der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen deutliche Forderungen gestellt und die Positionen der IGBCE platziert.
Im Rahmen des Treffens, an dem auch Wirtschaftsverbände sowie Unternehmensvertreterinnen und -vertreter teilnahmen, wurden Maßnahmen diskutiert, um die industrielle Wertschöpfung zu stabilisieren, und es wurde ein Industriepolitischer Impuls für die anstehenden Koalitionsverhandlungen erarbeitet. Im Fokus stand dabei neben Bürokratieabbau und der Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren die Energiepolitik.
Energiepreise anpassen
„Wir brauchen schnellstmöglich wettbewerbsfähige Energiepreise für unsere Branchen“, betonte Frank Löllgen. „Das hat die Landesregierung – auch nach vielen Initiativen von unserer Seite – erkannt und wird den Bedarf prominent platzieren. In Nordrhein-Westfalen konzentriert sich die energieintensive Grundstoffindustrie. Deshalb ist es nur folgerichtig, dass die Forderung lautstark aus Nordrhein-Westfalen kommt“, erklärt er.
Netzausbau beschleunigen
Auch zur Forcierung der Genehmigungsverfahren hat die IGBCE Vorschläge gemacht, die in den industriepolitischen Impuls eingeflossen sind. „Wir brauchen eine massive Beschleunigung beim Ausbau der Stromnetze, der erneuerbaren Energien und grundlastfähiger Kraftwerke“, forderte Thomas Meiers. „Auch die Genehmigungen für Zukunftsprojekte in den Unternehmen müssen schneller kommen. Bürokratieabbau darf nicht bedeuten, dass Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerrechte geschliffen werden. Darauf werden wir penibel achten“, warnte Meiers.
Umsetzung dringend erforderlich
Im Industriepolitischen Impuls sind auch Tarifbindung und Sozialpartnerschaft verankert. „Das Papier trägt die Handschrift der IGBCE. Viele Forderungen, die wir auch auf den Demonstrationen und den Aktionstagen vertreten haben, sind im Papier aufgenommen worden. Nun müssen sie schnell in die Umsetzung kommen. Wir brauchen schnellstmöglich eine handlungsfähige Bundesregierung“, forderten beide Landesbezirksleiter deutlich.
Nordrhein
Bezirksdelegiertenkonferenzen: Kurs Richtung Zukunft
Ein Fahrplan für die Zukunft, starke Mandate, klare Positionen: Die Bezirksdelegiertenkonferenzen hatten viel zu bieten.
Foto: IGBCE/De Angelis Fotografica

Foto: Leo Kölzer
Im Bezirk Leverkusen stellte sich der IGBCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis den Fragen der Delegierten und der Gäste. Er unterstrich die Bedeutung aktiver Gewerkschaftsarbeit, besonders in Zeiten wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Umbrüche: „Wir erleben einen tiefgreifenden Wandel. Jetzt zeigt sich, wie wichtig starke Gewerkschaften sind, die nicht nur mahnen, sondern mitgestalten.“ Er machte deutlich, dass es klare Schutzmechanismen für Beschäftigte braucht, um die Transformation sozialverträglich zu gestalten.
In den Bezirken Köln-Bonn und Niederrhein wurde intensiv über Bildungsarbeit, Digitalisierung und Industriepolitik diskutiert. Die Delegierten waren sich einig: Weiterbildung ist der Schlüssel für eine sichere berufliche Zukunft. „Wer heute investiert, sichert morgen Arbeitsplätze. Wir brauchen Investitionen in Zukunftstechnologien“, lautete ein Statement. Es gehe darum, nicht nur technologische Fortschritte zu begleiten, sondern auch die Beschäftigten aktiv auf neue Anforderungen vorzubereiten. Dies gelte unter anderem für die gewerkschaftliche Bildungsarbeit mit Blick auf die großen Themen der Transformation.
Im Bezirk Alsdorf wurden die Bedingungen für einen erfolgreichen Strukturwandel nach dem Ausstieg aus der Braunkohleverstromung diskutiert. Eine Delegierte betonte: „Wenn Politik Vorgaben macht und Enddaten setzt, muss sie auch die Voraussetzungen dafür schaffen, damit das gelingt, ohne dass jemand ins Bergfreie fällt. Wir brauchen neue Arbeitsplätze in der Region!“