Auf der Erfolgsspur
Die Jugendarbeit im Landesbezirk Nordost ist gut aufgestellt. Und immer mehr junge Menschen wollen sich gewerkschaftlich engagieren. Auf der Landesbezirksjugendkonferenz wurden jetzt wichtige Akzente gesetzt.

Stark für Demokratie – klare Kante gegen rechts: Die IGBCE-Jugend Nordost ist erfolgreich und engagiert.
Foto: IGBCE
Teamarbeit und Ausdauer sind wichtige Voraussetzungen, um sportlich erfolgreich zu sein. Sie sind auch wesentliche Gründe für die erfolgreiche Jugendarbeit bei der IGBCE Nordost. Die habe sich nach Corona positiv entwickelt, berichtet Tom Karl, Trainee im Landesbezirk. Gemeinsam mit den anderen jungen, engagierten Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern im Landesbezirk will der ehemalige Leistungssportler daran anknüpfen. Die Weichen dafür wurden Ende Februar auf der Landesbezirksjugendkonferenz (LBJK) im Bildungszentrum in Kagel gestellt.

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Mehr als vierzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Bezirken Dresden-Chemnitz, Halle-Magdeburg, Berlin-Mark Brandenburg, Leipzig und Lausitz brachten sehr engagiert ihre 25 Anträge zur Verbesserung der Ausbildung, zur Tarifbindung sowie zum Strukturwandel ein. Das Signal war klar: „Die Jugendthemen müssen noch fester verankert und nach vorn gebracht werden. Wir sind nicht nur die Zukunft unserer Gesellschaft, sondern auch die in der wirtschaftlichen Landschaft.“ Deshalb war auch die Teilnahme von jungen Beschäftigten am bundesweiten Aktionstag Industriearbeit am 15. März in Leipzig sehr hoch (siehe dazu auch hier).
Tom Karl weiß um die Motivation dazu: „Wir wollen bei allen Entscheidungen mit am Tisch sitzen und bei Bedarf auch ernsthaft mitentscheiden können. Letztlich betreffen uns die Konsequenzen dessen doch am allerlängsten!“ Für den bei der LEAG ausgebildeten Mechatroniker schwebt übergeordnet über allem das Wort „Gerechtigkeit“: „Nach meinem Bundesfreiwilligendienst und der Ausbildung habe ich erkannt, wie wichtig es ist, für die Rechte der Menschen einzustehen.“

Holt sich seine Motivation aus dem Radsport: Tom Karl.
Foto: privat
So wie der 28-Jährige wollen sich auch immer mehr andere junge Menschen im Landesbezirk Nordost, wo die IGBCE für rund 6.000 junge Beschäftigte zuständig ist, engagieren. Die Zahl der Azubis, die in ihrem ersten Ausbildungsjahr Mitglied der IGBCE werden, ist stabil. Aber es gibt auch Handlungsbedarf: Um Unzufriedenheit und Unsicherheit vorzubeugen, müssten zum Beispiel die Unternehmen ihren Auszubildenden frühzeitig eine Perspektive durch eine unbefristete Übernahme geben. Für eine Verbesserung bräuchte es einen bezahlbaren ÖPNV, ein gutes Netz an Azubi-Wohnheimen und mehr Tarifbindung mit daraus resultierenden höheren Vergütungen für Auszubildende. Außerdem ist Weiterbildung entscheidend, um junge Menschen an die Betriebe zu binden und dem Fachkräftemangel vorzubeugen. Dafür machen sich die jungen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter im Landesbezirk stark, gemäß dem Motto: „Aufregen kann sich jeder. Aber wer will, dass etwas besser wird, sollte auch selbst etwas dafür tun.“ Denn die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und gewerkschaftlichen Herausforderungen im Osten sind extrem hoch.

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Wie etwa die Erhaltung und die Stärkung der Demokratie. In einem Antrag, der einstimmig in Kagel angenommen wurde, hieß es: Überall dort, wo Kolleginnen und Kollegen aktiv in Entscheidungsprozesse eingebunden werden, wächst das Bewusstsein für demokratische Werte wie Respekt, Toleranz und Antifaschismus. Das sichert nicht nur faire Arbeitsbedingungen, sondern stärkt auch die parlamentarische Demokratie in Deutschland und in der Europäischen Union.
Tom Karl ist selbst in einem Cottbuser Brennpunkt zur Schule gegangen. Er sagt: „Ich kenne alle Diskussionen.“ Und er betont: „Ich liebe meine Heimat. Ich werde diese Region niemals denjenigen überlassen, die ihr schaden!“ Und damit ist er bei Weitem nicht allein.