News
Vor Ort: Nord
Hannover
Starkes Zeichen für Industriearbeit

Foto: Ortsgruppe Wilhelmshaven
Mehr als 80.000 Beschäftigte sind am 15. März in bundesweit fünf Städten auf die Straße gegangen und haben lautstark für die Zukunft ihrer Industriearbeit gekämpft. Auch zahlreiche Kolleginnen und Kollegen aus dem Landesbezirk Nord wie Volker Neumann aus Wilhelmshaven (Foto) sind dem Aufruf von IGBCE und IG Metall nach Hannover gefolgt. Im Georgengarten forderte der IGBCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis den Erhalt von Industriearbeitsplätzen und einen „Turnaround für die Industrie“.
Hamburg
Chatbots für die Vertrauensleutearbeit

Foto: Privat
Der Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) breitet sich rasant aus. Auch vor der Vertrauensleute- und Betriebsratsarbeit macht die Entwicklung nicht halt. Entsprechend groß war das Interesse an einem Workshop dazu im Rahmen der diesjährigen Vertrauensleutekonferenz im Bezirk Hamburg-Harburg. „Wir haben eine große Bereitschaft erlebt, das Thema für sich zu entdecken“, berichtet Gewerkschaftssekretärin Ute Sierck, die den Workshop betreut hat.
„Bei KI-Anwendungen im Unternehmen müssen sich Betriebsräte und Vertrauensleute auf die Risiken und negativen Auswirkungen für die Kolleginnen und Kollegen konzentrieren“, erläutert Tobias von Pein, im Bezirk zuständig für die Vertrauensleutearbeit. Da komme die Perspektive, Chatbots wie ChatGPT gezielt für eigene Zwecke zu nutzen, oft noch zu kurz. Richtig eingesetzt, versprächen sie jedoch eine große Arbeitserleichterung. Von Pein kommt zu dem Schluss: „Die Beschäftigung mit Chatbots lohnt sich!“
Michael Schulze hat sich intensiv in die Funktionen und die Risiken von Chatbots eingearbeitet und nutzt die künstliche Intelligenz bereits regelmäßig für die Vertrauensleute- und Betriebsratsarbeit bei Shell in Hamburg. ChatGPT unterstützt beim Brainstorming für die Tagesordnung der nächsten Sitzung und beim Überarbeiten von Schreiben an den Arbeitgeber und Betriebsratseinladungen. Aber auch eine Zustimmungsverweigerung oder einen Widerspruch gegen eine geplante Kündigung formuliert er damit vor. „Hierbei ist entscheidend, auf die rechtliche Sicherheit zu achten. Chatbots sind keine Rechtsanwälte.“ Der Vertrauensmann empfiehlt, sich stets die Quellen anzeigen und Aussagen begründen zu lassen. Auch dürfen weder Namen noch Betriebsdaten hochgeladen werden. „Wir müssen stets im Kopf behalten, dass Daten gesammelt werden und irgendwo im Netz wieder auftauchen können“, warnt Schulze.
Aufgrund des großen Informationsbedürfnisses bieten Peter Legner und Oliver Venzke vom IGBCE-Kompetenzzentrum Bildung weitere digitale Fortbildungen für aktive Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter an – beispielsweise online zum Thema KI für Vertrauensleute und Betriebsräte am 3. und 10. Juni 2025.
Peine
BGE: Tarifabschluss erzielt

Foto: Cordula Kropke
Nach drei Verhandlungsrunden haben sich die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) und die IGBCE auf einen Tarifvertrag für die rund 2.300 Beschäftigten geeinigt. Der Abschluss sieht eine Entgelterhöhung von drei Prozent zum 1. April 2025 und weitere 2,3 Prozent zum 1. März 2026 vor. Die Ausbildungsvergütungen steigen um 100 Euro und weitere 2,3 Prozent. „Die Verhandlungen waren nicht einfach“, sagt Verhandlungsführer Stefan Munderloh, seit Januar Gewerkschaftssekretär im Landesbezirk. „Wir haben uns auf einen tragfähigen Kompromiss in einem herausfordernden Umfeld verständigt.“
Die Mehrheit der Kolleginnen und Kollegen sei mit dem Ergebnis sehr zufrieden, berichtet Jens Lindner, Tarifkommissionsmitglied für die Schachtanlage Konrad. „Wir sind froh, dass der Arbeitgeber dieses Mal ein Angebot vorgelegt hat, ohne dass erst gestreikt werden musste.“ Sebastian Zwetkow-Tobey, Kommissionsmitglied für die Schachtanlage Asse II, verweist auf die noch ausstehende Ausgestaltung des Mitgliederbonus, der im Vertrag festgehalten ist: „Das ist eine Würdigung des gewerkschaftlichen Engagements und unterstützt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.“
Hannover
Der 1. Mai im Landesbezirk

Foto: DGB
Unter dem Motto „Mach dich stark mit uns!“ rufen DGB und IGBCE am 1. Mai 2025 zu Kundgebungen im gesamten Landesbezirk auf. Landesbezirksleiter Ralf Becker spricht auf der Kundgebung in Papenburg, Henrike Rauber, Bezirksleiterin Schleswig-Holstein, in Heide. Philipp Hering, Bezirksleiter Ibbenbüren, hält eine Rede in Lingen und Kim Fleischmann, Gewerkschaftssekretär in Hamburg-Harburg, in Stade.
Delligsen
Unermüdlich (und) engagiert

Foto: privat
Anlässlich der zentralen Jubilarfeier des Bezirks Südniedersachsen wurde Sabine Kleinhans für 25 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Bezirksleiterin Jeannette Chiarlitti beschrieb sie als „unermüdlich engagiert bis in die Rente“. Die heute 66-jährige Bad Salzdetfurtherin war freigestellte Betriebsrätin bei Meteor, langjähriges Mitglied im Bezirksvorstand, Vorsitzende im Bezirksfrauenausschuss und leitet heute die Seniorengruppe Alfeld.
Langelsheim
Aus Heubach wird Sudarshan
Der Pigmentehersteller Heubach ist gerettet: Der indische Chemiekonzern Sudarshan hat die Übernahme des insolventen Langelsheimer Unternehmens nun vollzogen. Die IGBCE begrüßt die Investition als positives Signal, setzt sich jedoch nachdrücklich dafür ein, dass die Interessen der Beschäftigten gewahrt bleiben. „Die Übernahme durch Sudarshan bietet die Möglichkeit eines Neuanfangs für die Belegschaft und den Standort Langelsheim“, sagt Jeannette Chiarlitti, Leiterin des Bezirks Südniedersachsen. Allerdings dürfe ein Neuanfang nicht auf Kosten der aktuell 225-köpfigen Belegschaft gehen. Deshalb fordert Chiarlitti den Erhalt der Arbeitsplätze sowie die Anbindung an den Flächentarifvertrag.
Foto: IGBCE
3 Fragen an …
Svenja Marie Jüchems
Svenja Marie Jüchems, neu im Jugendausschuss des Landesbezirks (LBJA),
berichtet über die Stimmungslage.
Wie ist die Stimmung in der IGBCE-Jugend nach den Bundestagswahlen?
Wir nehmen die Situation als aufwühlend, ja besorgniserregend wahr. Das Wahlergebnis und die hohen Zustimmungswerte für die AfD bilden den Rechtsruck deutlich ab. Wir fragen uns auch, wie Deutschland sich grundsätzlich in der Sozialpolitik aufstellen wird. Wie steht es beispielsweise um die Rente? Ist sie für die junge Generation noch sicher?
Engagieren oder abwarten: Wie gehen junge Menschen mit der Situation um?
In den IGBCE-Jugendgremien wie kürzlich auf der Landesjugendkonferenz treffen sich Gleichgesinnte, die sich Gehör verschaffen und die für die Anliegen der Jugend kämpfen wollen. Hier erfahren wir viel Empowerment. In den Betrieben sehe ich etwas weniger Engagement. Das schreibe ich aber nicht so sehr der Jugend, sondern dem Bildungssystem zu. Wenn wir in der Schule nichts über Gewerkschaften und Betriebsratsarbeit lernen – wie soll man da wissen, wie und wo man sich engagieren kann? Wäre ich nicht Jugendausbildungsvertreterin (JAV) gewesen, hätte ich vielleicht auch nichts von den politischen Gremien gehört und würde mich heute nicht dort engagieren.
Warum engagierst du dich im LBJA?
Aus demselben Grund wie damals für die JAV: Ich möchte Stimme sein für diejenigen, die nicht selbst ihre Stimme erheben können. Ich sehe so viele Dinge, die schieflaufen oder einfach nicht gehen. Entweder sitze ich zu Hause und meckere oder ich versuche, mit anderen Aktiven über die Gremien etwas zu verbessern. Im LBJA kümmern wir uns um politische Fragestellungen und können etwas voranbringen. Über unseren Jugendsekretär können wir Politiker*innen einladen und mit ihnen ins Gespräch gehen.