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LEAG

Deutliches und dauerhaftes Plus

Warnstreik mit Erfolg: Teile der LEAG-Belegschaft legten am 6. März ihre Arbeit für drei Stunden nieder.

Foto: Thomas Goethe

Einigung nach zähen Verhandlungen: In der dritten Tarifrunde hat die IGBCE am 19. März für die 7.200 Beschäftigten des Energiekonzerns LEAG und von MCR Engineering Lausitz ein deutliches und dauerhaftes Plus durchgesetzt: In zwei Stufen steigen ihre Vergütungen um insgesamt 7,5 Prozent. IGBCE-Mitglieder erhalten im Mai 2025 außerdem einmalig 1.000 Euro und ab 2026 dauerhaft wahlweise zwei freie Tage extra oder 500 Euro pro Jahr.

„Wir haben einen guten Tarifkompromiss erstritten, der den Beschäftigten langfristig mehr Geld ins Portemonnaie bringt. Sie erhalten so ihren gerechten Anteil an der guten wirtschaftlichen Lage des Unternehmens“, unterstreicht IGBCE-Verhandlungsführer Holger Nieden. Er bekräftigt: „Eine deutliche Wirkung hat der Druck der IGBCE-Mitglieder in den vergangenen Wochen gezeigt.“ Unter anderem mit einem Warnstreik hatten sie sich für die Tarifforderung starkgemacht. Rund 230 LEAG-Beschäftigte aus den Kraftwerken Boxberg, Jänschwalde, Lippendorf und Schwarze Pumpe sowie dem Bahnbetrieb hatten am 6. März für drei Stunden ihre Arbeit niedergelegt, um mit diesem ersten Nadelstich ein Signal an die Arbeitgeber zu senden.

Ein klares und verdientes Zeichen der Wertschätzung seien deshalb laut Nieden auch die ausgehandelten Vorteile exklusiv für Gewerkschaftsmitglieder: „Damit lohnt sich die Mitgliedschaft in der IGBCE noch mehr.“

Tarifrunde Kautschuk

Forderung nach Mitgliederbonus

Die Bundestarifkommission traf sich in Fulda, um die Forderung zu beschließen.

Foto: Daniel Krist

Die Bundestarifkommission hat am 6. März 2025 ihre Forderung für die 70.000 Beschäftigten in der Kautschukindustrie beschlossen. Sie will in der diesjährigen Tarifrunde eine Erhöhung der Entgelte um 6,7 Prozent und einen Mitgliederbonus durchsetzen. Außerdem soll Schichtarbeit attraktiver gestaltet werden. Dem Beschluss war eine wochenlange Forderungsdebatte in den Betrieben und Regionen vorausgegangen. IGBCE-Mitglieder der Branche hatten die Empfehlung aus dem Januar diskutiert. An einer Umfrage hatten sich mehr als 700 Beschäftigte beteiligt, um ihre drängendsten Anliegen und Meinungen einzubringen. Katharina Stihler, Verhandlungsführerin der IGBCE, betont: „Diese Diskussionen und Umfrageergebnisse haben uns deutlich gezeigt, dass unsere Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben an allererster Stelle wollen: mehr Geld, um das alltägliche Leben besser meistern zu können.“ Die Verhandlungen starten am 24. April 2025.

dauerhaft mehr Geld

erhalten die bundesweit rund 585.000 Beschäftigten in der chemisch-pharmazeutischen Industrie ab April 2025. Das hatte die IGBCE mit dem Tarifabschluss im vergangenen Jahr durchgesetzt. Zum September 2024 waren ihre Vergütungen bereits um zwei Prozent gestiegen, jetzt folgt die zweite Stufe. Insgesamt bedeutet das ein Plus von 6,85 Prozent. Wegen der schwierigen wirtschaftlichen Situation verschieben einige Betriebe die Tariferhöhung um bis zu drei Monate.

Tarifticker

K+S

Nach langwierigen Verhandlungen hat sich die IGBCE in der Nacht zum 1. März 2025 mit dem Verband der Kali- und Salzindustrie (VKS) auf einen Abschluss für die 10.000 Beschäftigten des Bergbauunternehmens geeinigt. Neben einem Entgeltplus von 3,2 Prozent und mehr Geld für Beschäftigte im Schichtbetrieb bringt dieser durch die Verlängerung der Zukunftsvereinbarung Arbeitsplatzsicherheit bis Ende 2028. IGBCE-Verhandlungsführer Moritz Hautmann betont: „In der schwierigen wirtschaftlichen Lage haben wir alles rausgeholt, was ging. Die jährliche Zahlung an Mitglieder der IGBCE erhöht sich um 120 Euro auf 400 Euro pro Jahr (Auszahlung jeweils im Mai). Zusätzlich bleibt der freie Tag für Gewerkschaftsmitglieder erhalten.“

Glas Ost

Ohne Einigung haben IGBCE und Arbeitgeber Mitte März die erste Tarifverhandlung für die rund 3.000 Beschäftigten in der ostdeutschen Glasindustrie beendet. In der Tarifrunde fordert die IGBCE eine Erhöhung der Entgelte und der Ausbildungsvergütungen um 5,8 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Zusätzlich soll der Manteltarifvertrag für die deutsche Glasindustrie im Tarifgebiet Ost eingeführt werden. Nur für ihre Mitglieder will die IGBCE außerdem die Berufsunfähigkeitszusatzversicherung Chemie mit einer jährlichen Versicherungsprämie in Höhe von 613 Euro durchsetzen. Am 16. April 2025 wird weiterverhandelt.


Continental

Neu aufstellen

Foto: Stefan Koch

Der Continental-Aufsichtsrat hat Anfang März den Weg für die Aufspaltung des Konzerns frei gemacht. Auch die Arbeitnehmerseite hat dem Spin-off des Automotive-Bereichs zugestimmt. Im April müssen noch die Aktionärinnen und Aktionäre auf der Hauptversammlung zustimmen. Nach der Abspaltung des Zuliefergeschäfts wird der Konzern nur noch aus dem Reifengeschäft und dem Industriegeschäft (Contitech) bestehen.

Francesco Grioli, Mitglied des geschäftsführenden IGBCE-Hauptvorstands und des Continental-Aufsichtsrats, erklärte: „Bei Contitech werden die Kolleginnen und Kollegen seit Jahren von einer Reorganisation in die nächste geschickt. Nach zahlreichen Standortschließungen müssen die Arbeitsplätze nachhaltig gesichert werden. Auch die Rubber-Continental braucht deshalb einen Zukunftstarifvertrag für Beschäftigung und Standorte in Deutschland.“

„Die Kolleginnen und Kollegen bei Continental haben bisher die Hauptlast der Transformation getragen. Jetzt brauchen die Beschäftigten endlich verlässliche Perspektiven. Es wird allerhöchste Zeit, dass sich die Beschäftigten auf ihre Kernaufgaben konzentrieren können und nicht länger als Schachfiguren hin und her geschoben werden“, sagte Hasan Allak, Mitglied des Continental-Aufsichtsrats und Vorsitzender des Konzernbetriebsrats.