Die Bezirke haben getagt
Bei den Bezirksdelegiertenkonferenzen haben die Delegierten die Bezirksvorstände neu gewählt und die Grundlage für die Arbeit der kommenden vier Jahre gelegt.
In den fünf Bezirken des Landesbezirks Hessen-Thüringen haben sich im Februar und im März die Delegierten zu den Bezirksdelegiertenkonferenzen getroffen. Den Auftakt machte am 22. Februar der Bezirk Darmstadt in Erzhausen, als Abschluss war die Konferenz des Bezirks Mittelhessen in Hanau für den 22. März – nach Redaktionsschluss für diese Ausgabe der Profil – angesetzt. Es standen die Neuwahl der Bezirksvorstände auf dem Programm und die Besetzung einer Reihe von Gremien und Positionen, unter anderem die Wahlen der Delegierten zur Landesbezirksdelegiertenkonferenz am 24. Mai und zum Gewerkschaftskongress der IGBCE vom 19. bis zum 24. Oktober.
Bei allen Konferenzen mit dabei: Landesbezirksleiterin Sabine Süpke. Beim Bezirk Darmstadt war der IGBCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis zu Gast. Bei der Thüringer Konferenz sprach er per Video ein Grußwort. In Kassel redete Birgit Biermann, Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstands der IGBCE, beim Bezirk Rhein-Main Francesco Grioli. Beim Bezirk Mittelhessen war Alexander Bercht angekündigt.


Zur Konferenz des Bezirks Rhein-Main am 8. März kamen 58 Delegierte. Außerdem zu Gast: der hessische Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori.
In den Rechenschaftsberichten der Bezirksvorstände wurde deutlich, dass die IGBCE in den Betrieben mit vielen Aktionen Präsenz gezeigt hatte. Durch die Vertrauensleute etwa und zum Beispiel mit Kundgebungen zu Tarifverhandlungen – etwa bei den Tarifrunden Chemie und Papier – oder aus Protest gegen Entscheidungen von Unternehmen. Große Aktionen gab es zum Beispiel in Fulda anlässlich der Schließungs- und Personalabbaupläne von Goodyear. Sie ermöglichten eine Einigung mit dem Unternehmen, die Beschäftigte, die ihren Arbeitsplatz verlieren, sehr gut auffängt. Mit einem mehrtägigen Streik kämpften IGBCE-Mitglieder bei AppliChem in Darmstadt für einen Tarifvertrag – und waren damit erfolgreich. Unter maßgeblicher Beteiligung von IGBCE-Mitgliedern ist auch das Konzept „Werra 2060“ entstanden, das die Zukunft des Kalibergbaus im Werratal sicherstellen soll.

Bei der Darmstädter Konferenz am 22. Februar trafen sich 66 Delegierte.
Bei den Konferenzen stimmten die Delegierten über eine Reihe von Anträgen ab. Sie waren aus den Gremien der IGBCE, etwa den Ortsgruppen, den Vertrauenskörpern, dem Bezirksvorstand oder den Frauenkonferenzen, gestellt worden. Themen waren unter anderem die interne Organisation der IGBCE sowie die Sozial-, Wirtschafts- und Industriepolitik. Es ging etwa um Rechtsextremismus, Pflege, Kranken- und Rentenversicherung, um die Wohnsituation von Auszubildenden, um die Integration der Zielgruppe der kaufmännischen und außertariflich Beschäftigten (KAAT) und die Stärkung von Industrie in ländlichen Regionen.

Bei der Konferenz des Bezirks Thüringen am 15. März kamen 69 Delegierte in Erfurt zusammen.
Foto: Thorsten Jansen
Sowohl Sabine Süpke als auch die Mitglieder des geschäftsführenden Hauptvorstands lobten die positive Entwicklung der Mitgliederzahlen. In mehreren Bezirken ist die Zahl der Mitglieder insgesamt gestiegen, in den übrigen die der erwerbstätigen Gewerkschaftsmitglieder. Süpke betonte, dass das die Position der IGBCE in Verhandlungen mit den Arbeitgebern verbessere. Die IGBCE sei bereit, wenn nötig, Druck auf die Arbeitgeber aufzubauen. „Man muss uns als Partner auf Augenhöhe annehmen“, sagte sie etwa bei der Konferenz in Erfurt. „Wenn das nicht so ist, können wir auch Konflikt.“