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Vor Ort: Hessen-Thüringen

Nordhausen

Streit im Schacht

Mehr als 200 IGBCE-Mitglieder demonstrierten bei Schachtbau Nordhausen.

Foto: IGBCE

Die Tarifrunde 2025 bei Schachtbau Nordhausen bringt die Mitglieder der IGBCE zum Verzweifeln. Mehr als 200 von ihnen haben deshalb am 11. März bei einer Tarifaktion vor dem Werkstor Druck für ihre Forderung in der stockenden Tarifrunde gemacht.

Angesichts eines guten Betriebsergebnisses für das Jahr 2024 und voller Auftragsbücher für 2025 fordert die Tarifkommission eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um sechs Prozent ab Januar 2025, eine Erhöhung der Auszubildendenvergütungen pro Ausbildungsjahr um 100 Euro, einen Bonus für IGBCE-Mitglieder und eine Entlastung älterer Beschäftigter.

Niedernhausen

Freier Tag für Mitglieder

IGBCE-Mitglieder bekommen einen zusätzlichen Tag pro Jahr frei: Das hat die Gewerkschaft am 5. Februar in Niedernhausen im Tarifvertrag für die hessische Kunststoffindustrie mit dem Arbeitgeberverband ­HessenChemie vereinbart. Der endgültige Durchbruch kam nach einem 36 Stunden langen, sehr harten Verhandlungsmarathon. „Mit dem freien Tag exklusiv für unsere Mitglieder haben wir eine unserer zentralen Forderungen durchgesetzt“, sagt Verhandlungsführer Philipp Mundt.

Der Tarifvertrag läuft bis Ende April 2027. Er sieht zwei Entgelterhöhungen vor: Anfang März 2025 steigen die Löhne um 1,9 Prozent, zum April 2026 dann noch einmal um 2,3 Prozent. Azubis erhalten zum ersten Termin 40 Euro und zum zweiten 50 Euro pro Monat mehr. Unternehmen in Schwierigkeiten können in Abstimmung mit der IGBCE die Entgelte vorübergehend um bis zu zehn Prozent absenken.

Zudem vereinbarten die Sozialpartner, den Tarifvertrag „Zukunft durch Ausbildung“ für vier weitere Jahre bis Ende 2028 fortzuführen. Fortgesetzt wird auch der „Runde Tisch ­Ausbildung“.

Bad Blankenburg

Protest gegen Schließung

Foto: Daniel Heisch

Am 12. März haben sich rund hundert Beschäftigte von Continental in Bad Blankenburg vor dem Werkstor versammelt. Sie wehren sich gemeinsam mit Betriebsrat und IGBCE gegen Pläne zur Werksschließung, mit denen sie das Unternehmen am 30. Januar überrascht hatte. Am Vormittag des 12. März gab es erste Gespräche mit dem Arbeitgeber und seinen Anwälten, die nach nur neunzig Minuten ergebnislos ­vertagt ­ wurden.

Wiesbaden/Köln

Landesbezirksfrauen alaaf!

Foto: Kirsten Breuer

Der neu gewählte Landesbezirksfrauenausschuss (LBFA) hat sich am 12. Februar in Köln zu seiner konstituierenden Sitzung getroffen. Gemeinsam mit dem Landesbezirksfrauenausschuss Nordrhein besuchten die Mitglieder des Gremiums anschließend die Damensitzung „Mädche Jeck“ in der Stadthalle Köln-Mülheim. Am nächsten Tag setzte der LBFA seine Sitzung fort und legte wesentliche Punkte der Frauenarbeit für die nächsten vier Jahre fest. Unter anderem sollen die Netzwerkarbeit vertieft und das Bildungsprogramm intensiviert werden.


Merkers

Konferenz unter der Erde

46 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, unter ihnen 32 Delegierte, haben sich vom 7. bis zum 9. Februar an der Werra zur Landesbezirksjugendkonferenz des Landesbezirks Hessen-Thüringen getroffen. Höhepunkt war der Samstag, an dem sie im Kalibergwerk Merkers rund 600 Meter unter der Erdoberfläche tagten. Zu Gast waren unter anderem Landesbezirksleiterin Sabine Süpke und Bundesjugendsekretär Leon Kunkel.

Bei der Konferenz stellte sich der neue Landesbezirksjugendausschuss (LBJA) vor, und die Delegierten entschieden über eine Reihe von Anträgen. Etwa zu organisatorischen Themen innerhalb der IGBCE, zu Ausbildung und den in der IGBCE vertretenen Gruppen. So fordert einer der Anträge die Etablierung einer Zielgruppe „Queer“. Zum Programm gehörte auch ein Diskussionsforum zur Bundestagswahl.

In ihrem Geschäftsbericht legten die Mitglieder des LBJA Rechenschaft über die vergangenen vier Jahre ab. Unter anderem sei das Seminarprogramm neu aufgestellt worden. Mehrere Treffen des Landesjugendnetzwerks hätten es im Anschluss an die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie ermöglicht, sich neu zu vernetzen. Ein Schwerpunkt lag zudem auf dem Thema Ausbildung und dem Angebot an Ausbildungsplätzen. Zusammen mit dem Arbeitgeberverband HessenChemie hat die IGBCE-Jugend im Landesbezirk zwei wichtige Programme auf die Beine gestellt: Ausbildungsradar und Fachkräfteradar.

Die Teilnehmenden der Konferenz im Bergwerk Merkers. Tief unter der Erde steht dort ein Schaufelradbagger.

Foto: Wolfgang Lenders

Im Versammlungsraum im Bergwerk.

Foto: Wolfgang Lenders