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Vor Ort: Baden-Württemberg
Stuttgart
Landesbezirksjugend: bunt statt braun
Engagiert diskutierte die Landesbezirksjugendkonferenz wichtige Anliegen der jungen IGBCE-Gewerkschafterinnen und -Gewerkschafter in Baden-Württemberg: Auf der Tagesordnung standen Anträge für eine bessere Ausbildung, für qualifizierte Ausbilderinnen und Ausbilder sowie für eine stärkere Diversität und Gleichstellung. Weiter will die Jugend den gewerkschaftlichen überregionalen Austausch und sichere Arbeitsplätze in den Industriebranchen stärken.
Aus der Diskussion kristallisierten sich gleich mehrere Resümees heraus: Gewerkschaften gehören als Thema nicht nur schon vor der Ausbildung in die Lehrpläne, sie sollen vor allem während der Ausbildung mehr in den Fokus rücken. Außerdem möchte die Jugend ihre Zukunft aktiv mitgestalten, wenn es beispielsweise um Tarifverhandlungen geht. Klimaschutz, eine zukunftsfähige Industrie, verbesserte Arbeitsbedingungen und vor allem die Wahrung des europäischen Friedens sind weitere Ziele.
Im Anschluss an die Sitzung zeigte die Jugend klare Kante gegen rechts – und beteiligte sich an der Demonstration „Wir sind die Brandmauer“ auf dem Schlossplatz, an der mehr als 44.000 Menschen teilnahmen. Mit zahlreichen Schildern verdeutlichten die jungen Leute das, was sie umtreibt: „Menschenrechte statt rechte Menschen“, „Intersektional, antifaschistisch, queer“, „Mein Kreuz für Solidarität“ und „Bunt statt braun“ lauteten die unmissverständlichen Botschaften. „Wir sind bunter, wir sind lauter und wir sind mehr“, hieß es unisono.
Am Abend nutzten die jungen IGBCEler den Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), um sich in die Geheimnisse des Cocktailmixens einweisen zu lassen. Mit der einen oder anderen Tischkickerpartie, vielen lustigen Fotoboxbildern und guten Gesprächen fand die Landesbezirksjugendkonferenz ihr Ende. „Wir sind bereit für die Bundesjugendkonferenz, um die nächsten vier Jahre gemeinsam mit unseren Themen zu gestalten“, hieß es.
Stuttgart
Glückwunsch an unsere Talente

Qualifizierte Talente, die jetzt mehr Rüstzeug für ihren Betriebsratsalltag haben: die Gruppe „Süd“.
Foto: Kai Daniel Königshausen

Die Gruppe „Nord“
Foto: Kai Daniel Königshausen
Wichtig: nicht immer alles machen
Hilfreich für Christos Koulelis waren auch Ansätze aus dem systemischen Coaching, die Hauptreferentin Isolde Fischer vermittelte. „Betriebsratsmitglieder sind von allen Seiten aus mit Erwartungen und Aufträgen konfrontiert. Von den Beschäftigten, dem Arbeitgeber, dem Gremiumsvorsitz und natürlich auch dem gesamten privaten Umfeld“, brachte Fischer es auf den Punkt. „Da muss es darum gehen, Strategien zu entwickeln, aus dem Getriebensein auszubrechen, zu systematisieren und zu priorisieren. Sonst führt die immer wieder vorkommende Argumentation ,Du bist freigestellt, du kannst alles machen‘ unweigerlich ins Burn-out“, redete sie der Gruppe ins Gewissen.
Rückt in den Fokus: Thema KI
Die langjährige Referentin blickt auf eine „superintensive“ Qualifizierung zurück, sieht das Programm als „Brennglas“ der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung. „Natürlich treiben in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch die Betriebsräte Ängste und Unsicherheiten um, denen wir uns als Gruppe stellten.“ Dies zeige sich nicht zuletzt an den Inhalten: Wo es früher um Betriebsvereinbarungen und Zulagen ging, hat im aktuellen Programm an gleich mehreren Stellen das Thema künstliche Intelligenz (KI) Einzug gehalten.
Techniken helfen im Alltag
Max Hahn, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender bei Roche Diagnostics, freut sich, den aktuellen Herausforderungen im Betrieb jetzt vor allem mit erlernten Gesprächs- und Moderationstechniken begegnen zu können. „Da geht es um Stress- und Verhandlungssituationen und um einen individuelleren Umgang mit Charakteren“, berichtet er. „Vieles, was mir jetzt begegnet, bin ich froh, im Programm durchgespielt zu haben.“
Weitere Infos und Details folgen
Profil wird in den nächsten Ausgaben weitere Details und Inhalte der Qualifizierung darstellen, die der Landesbezirk Baden-Württemberg voraussichtlich im Herbst 2026 wiederholen wird.