Dialog
Tarifrunde Chemie
Stimmen zum Abschluss
Endlich das, was ich schon seit Jahren herbeisehne und als gerecht und gerechtfertigt bezeichne: ein Extrabonus ausschließlich für Mitglieder. Super!
Ich gratuliere zu dieser Errungenschaft. Jedoch ist es ein wenig unglücklich, dass wir Mitglieder nun beim Arbeitgeber melden müssen, dass wir Mitglieder sind, um den Besserstellungstag zu erhalten. Mit dieser Preisgabe wird man sicherlich auf eine Art „Rote Liste“ gesetzt und bei den nächsten Abbaurunden dabei sein. Besser wäre es, einen höheren Kündigungsschutz zu erhalten, wenn man Mitglied ist. Durch Fusionen und Transformationen herrscht seit Jahren die Angst, seinen Arbeitsplatz zu verlieren. Mit der Nennung erhöht sich diese Gefahr.
Wenn ich nächstes Jahr meinen Zusatzurlaubstag nutze und im Garten liege, denke ich an all die Nichtmitglieder, die hier rummeckern. Und dann hänge ich die fünf Tage bezahlte Freistellung aus dem TV MoA, den die IGBCE erkämpft hat, dran und freue mich, dass ich im Pflegefall gut abgesichert bin durch die tarifliche Pflegezusatzversicherung, die die IGBCE erkämpft hat. Und dann fahre ich von meinem Urlaubsgeld, das die IGBCE verdoppelt hat, in den Urlaub. Dafür nutze ich die 30 Tage Tarifurlaub. Da kann ich dann auch gut entspannen, weil ich weiß, dass die IGBCE mit dem TEA was für meine Rente tut. Denn ich weiß zu schätzen, was die IGBCE für mich erreicht hat. Danke, IGBCE!
Ich bin froh über jedes Prozent, das es mehr gibt. In schwierigen Zeiten müssen die Arbeitgeber den Lohn auch stemmen können. Was bringt euch ein Tarifabschluss mit hohen Prozenten, wenn die Firma nach einem Jahr pleite ist? Ich kenne genug Leute, die selbst für Lohnerhöhungen kämpfen müssen und nur alle paar Jahre eine bekommen. Da sollte man auch mal ein bisschen demütiger sein. Viele vergessen auch das Gesamtpaket des Tarifvertrags aus der Vergangenheit.
Foto: Christian Burkert
Neue Umfrage im August
Umfrage des Monats
Industriearbeit fehlt Wertschätzung
Wie wird Industriearbeit deiner Meinung nach in der Gesellschaft heute wertgeschätzt?
Quelle: IGBCE
Die Mitglieder der IGBCE identifizieren sich mehrheitlich stark mit ihrer Branche und ihrem beruflichen Umfeld, sehen ihre Arbeit und industriespezifischen Themen in Gesellschaft, Medien und Politik jedoch weder ausreichend verstanden noch wertgeschätzt. Das ist das Ergebnis der jüngsten „Umfrage des Monats“, an der sich über die „Meine IGBCE“-App mehr als 4.200 Mitglieder aus allen Branchen im Organisationsbereich beteiligt haben. Die Ergebnisse sind in hohem Maße aussagekräftig für die 1,1 Millionen Beschäftigten in den Branchen der IGBCE.
Nach dem Eindruck der Befragten hat Industriearbeit in Deutschland stark an Renommee eingebüßt. Gut zwei Drittel geben an, die Wertschätzung dafür falle in der Gesellschaft heute „eher“ oder „sehr gering“ aus. 69 Prozent sehen ihre Belange und Sichtweisen als Industriebeschäftigte in gesellschaftlichen Diskussionen „eher nicht“ oder „gar nicht“ ausreichend berücksichtigt. Dies liegt nach ihrer Wahrnehmung auch an den Massenmedien: 80 Prozent kritisieren, über die Themen von Industriebeschäftigten werde nicht ausreichend berichtet. 70 Prozent beklagen zudem eine „eher“ oder „sehr“ verzerrte Berichterstattung. Noch fataler fällt das Urteil über die Politik aus: Deren Verständnis für die Themen von Industriebeschäftigten sei „eher“ oder „sehr“ gering, sagen zusammen 84 Prozent der Befragten.
Die Verbundenheit zur eigenen Arbeit ist dagegen mehrheitlich hoch. Die Befragten konnten in mehreren Bereichen jeweils Punkte von 1 (keine Identifikation) bis 10 (100 Prozent Identifikation) vergeben. Bei der Verbundenheit zur eigenen Branche vergaben zwei Drittel der Befragten 8, 9 oder 10 Punkte. Der Durchschnittswert lag bei 7,72. Besonders hoch ist die Identifikation bei Beschäftigten des Bergbaus, der Energiewirtschaft und der Pharmaindustrie, besonders niedrig bei Kautschuk, Papier und Kunststoff. Am höchsten ist die Identifikation mit dem eigenen Beruf (im Durchschnitt: 8,15), am niedrigsten mit dem eigenen Arbeitgeber (6,34). Mit ihrer IGBCE fühlen sich die Mitglieder deutlich stärker verbunden: Hier liegt der Durchschnittswert bei 7,4.
Der Gewinner des iPads ist André Loy aus Langenselbold.
Herzlichen Glückwunsch!